Tuesday, October 14, 2008

Die Baumkrone

der kleine Mensch steigt in den Baum
von Ast zu Ast mit Mühe nicht
erinnert sich des Bodens kaum
klettert er zum Sternenlicht

er sitzt so gerne in den Kronen
und achtet auf den Boden nicht
wegen der Sterne so weit oben
ist er hier, schaut in ihr Licht

der junge Mann mit festem Schritte
klimmt nach oben Tritt um Tritte
breitet oben angekommen
die Arme aus und ist benommen

als er zu seinen Füßen sieht
und vor dem Volk sein Schwerte zieht
er schreit, befiehlt und zeigt ins Land
das er beherrscht, wo Krieg entbrannt

der alte Greis steigt zu dem Baume
von dem er in die Sterne staunte
die Leben die von seiner Hand
geworden sind zu Staub und Sand

sie liegen hier und werden eins
mit dem auf Krücken geh’nden Greis
viele Leben für den Baum
verschohnt wurden die Freunde kaum

der Mann wollte doch nur in Frieden
auf seinem Baum die Sterne lieben
der Greis weint einsam bei dem Boden
nimmt sein Schwert, beginnt das roden

Posted by Gedankenanschläge at 19:23 Comments Off on Die Baumkrone