Tuesday, May 04, 2010

Shifting

der Rausch der Nacht verflog
und was kam war ein kühler und verregneter Morgen
der unsichtbare Nebel zog langsam ins Gebein als ich vor dem Fenster stand
und an mir vorbei strömte die Zimmerluft nach draußen

es knisterte in meinem Kopf
eine bedrohliche Nüchternheit hatte sich in mir entwickelt
am liebsten hätte ich mir einfach eine Zigarette angesteckt
aber ich war kein Raucher und ich konnte keine Sucht damit befriedigen
Essen und Trinken hätte ich wieder hinausgewürgt

das Fenster vor mir war für mich das Tor in die freie Welt, in die ich gehen musste
es erwartete mich Freiheit hinter dieser gekippten Scheibe
ich sah das Bett an, in das ich mich gerne wieder hineinlegen würde
ich wollte nicht begreifen, dass Erwachsensein und Verantwortung gegenüber einem selbst
soviel Mühe und Schwermut mit sich bringen sollte
aber ich wollte auch nicht mehr das Kind sein welches weiter schlief und darauf wartete von Mama oder Papa geweckt zu werden,
ein Pausenbrot zu bekommen und was dann in der Schule gesagt bekam, was es lernen und tuen sollte

ich Stand vor diesem Zwispalt und wusste nicht ob ich zusammenbrechen und in Apathie verweilen sollte,
wenn ich recht überlege, ist es das, was ich bisher tat, nur unbewusst
ich musste feststellen, dass ich nicht vor diesem Zwispalt stehen bleiben wollte
da kam mir ein Gedanke
und ich ging zur Tür hinaus und lies es auf mich regnen
und ich ging los, “erwachsen” zu sein

es zerstörte mich innerlich das zu tun, was mir Mühe und Schwermut brachte
aber ich hatte entschieden mich neu aufzubauen, wo ich zerbrach
in solcher Weise, das es mich nicht mehr angehen konnte
damit ich wachsen konnte ohne das es mir Mühe bereitete
und um das Grinsen des Narrens, der ich bin, rechtmäßig behalten zu können

Posted by Gedankenanschläge at 23:10 Comments Off on Shifting