Saturday, June 11, 2011

haven

die sonne sitzt am himmelsrand
ich rieche frische sommerluft
der wind flüstert von regen
und ozon von gewitter

blütenfetzen und insekten
glitzern sanft im abendlicht
ich sitze einsam auf der bank
und starr in leere straßen

und als die sonne untergeht
und der wind mit tropfen weht
und donner in der tiefe grollt
muss ich lächeln, ungewollt

ich seh’ nach oben in die wolken
brennend von links und schwarz von rechts
kleine tropfen benetzen mein gesicht
kühler samt für die gedanken

der noch warme staub vom tag
sinkt langsam nass zu boden
der asphalt riecht so wunderschön
als die tropfen noch versickern

und als aus nieseln regen wird
und eine böhe zu mir irrt
und mit meinen haaren tollt
muss ich lächeln, ungewollt

das wasser fällt in großen tropfen
kalt wie eis in meinen kleidern
die heiße haut vom tag kühlt aus
es trommelt leise um mich rum

blitze und sturm hüllen mich ein
der himmel ist ein schwarzes loch
ich schreite langsam durch die stadt
durch orange gefärbtes straßenlicht

und menschenleere schlingt mich ein
und mein herz schwer wie aus stein
doch wollt ich nicht die nicht verstehn
und ich lächel aus versehen

an diesem ort der mir gehört
schweb und tanz ich vor mich hin
und seh die hellen bunten lichter
mit großen kinderaugen an

als der regen langsam geht
das prasseln um mich rum verstummt
leg ich mich zum schlafen hin
erwart die morgen dämmerung

und ausdruckslos fließt eine träne
deren grund ich nicht verstehe
und ob aus freude oder trauer
doch kriecht ein lächeln aus der lauer

Posted by Gedankenanschläge at 21:10 Comments Off on haven